Der lange Weg zum Wasser | Linda Sue Park

10:00


Afrika. 2009. Nya läuft jeden Tag viele Stunden zum Wasserloch, um Wasser für Ihre Familie zu holen.
Einige Jahre früher. Salva flieht vor dem Krieg durch mehrere Länder, immer auf der Suche nach seiner Familie, immer mit der Angst zu sterben im Nacken.

Abwechselnd lässt die Autorin Linda Sue Park die beiden Protagonisten Nya und Salva ihre jeweiligen Geschichten erzählen. In dem Wissen, dass es sich um wahre Geschichten handelt und hier nicht nur die Geschichte zweier Menschen, sondern ganz vieler, erzählt wird, hat mich das Erzählte sehr gepackt und sehr berührt.

Nyas Leben wird vom Lauf des Wassers und der Jahreszeiten bestimmt. Um das Wasser zu holen läuft sie täglich weite Strecken durch trockene Hitze. Zur Schule gehen kann sie nicht und auch sonst gibt es wenig Abwechslung in ihrem Leben. Daran scheint sich auch nichts zu ändern, bis auf einmal Fremde im Dorf auftauchen und mit einem mal alles anders ist.

Salva ist auf der Flucht, durchquert mehrere Länder und entfernt sich immer mehr von seiner Heimat. Er zählt zu den sogenannten Lost Boys. Schließlich landet er in einem Flüchtlingscamp und kann von dort in die USA reisen. Seine amerikanische Pflegefamilie nimmt ihn herzlich auf, ermöglicht ihm Bildung und ein Studium. Jahre später kehrt er zurück nach Afrika um den Menschen dort zu helfen und seinen ganz eigenen Beitrag für den Frieden zu leisten.

Das Buch ist recht dünn. Es lässt sich schnell und gut lesen. Die Sprache der Autorin ist einfach gehalten. Dadurch ist es das Buch meiner Meinung nach auch schon für Kinder geeignet, um sie für das Thema zu sensibilisieren.

Nachdem ich das Buch beendet habe, habe ich mich weiter mit dem Thema beschäftigt. Sehr interessant ist dabei auch die Seite Water for South Sudan welches die Seite der von Salva gegründeten not-for-profit corporation ist. Die Homepage liefert interessante Einblicke in Salvas Arbeit.

Sehenswert ist auch dieses Video, welches Salvas Geschichte erzählt:


"Der lange Weg zum Wasser" von Linda Sue Park ist zwar dünn, liefert jedoch einen guten Einblick in das Leben zweier Menschen, deren Schicksal viele andere Menschen teilen. Da es sich hier um eine wahre Geschichte handelt und es Salva wirklich gibt, gibt es weitere Möglichkeiten, sich mit dem Thema zu beschäftigen, was mir gut gefällt. Ich finde das Buch nicht nur sehr lesenswert, sondern auch wichtig.

Der lange Weg zum Wasser | Linda Sue Park | bloomoon | 2016 | Broschiert | 128 Seiten | ISBN: 978-3845812373 | Preis: 9,99€ |

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3 Kommentare

  1. Hallo Julia,

    vielen Dank für die Vorstellung des Buches - ich kannte den Titel und die Autorin bisher noch gar nicht. Ich finde, die Geschichte klingt sehr interessant und gerade die Tatsache, dass sie auf der Wahrheit beruht, spricht mich sehr an. Ich werde mir das Buch auf jeden Fall einmal merken, Ostafrika ist ja momentan ohnehin meine "Ecke", wenn es um afrikanische Literatur geht. :)

    Liebe Grüße,
    Elena

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    1. Hallo Elena,

      ich finde das Buch sowieso lesenswert, aber wenn man sich für die Region interessiert, dann ist es sicher mehr als lesenswert. Eben gerade auch, weil man sich noch weiter mit dem Thema beschäftigen kann. Auf YouTube gibt es z.B. viele Videos. Ich fand es interessant, aber auch berührend, mich da mal durchzuklicken.

      Liebe Grüße,
      Julia

      PS: Deine Antwort auf meinen Kommentar bei dir habe ich per E-Mail schon gelesen und werde auch gleich noch antworten, ich "arbeite" jetzt alles ab :-)

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    2. Liebe Julia,

      die Tatsache, dass man sich mit dem Thema durch die Videos und auch die Homepage weiterbeschäftigen kann, finde ich wirklich toll! In das Video, das du hier verlinkt hast, habe ich auch schon kurz hineingeschaut. Über den Sudan habe ich vor ein paar Monaten auch eine Reportage gelesen ("Surrender or Starve: Travels in Ethiopia, Sudan, Somalia, and Eritrea" von Robert D. Kaplan) und auch wenn das Buch ein paar Defizite hatte, hat es trotzdem mein Interesse an der Region weiter geweckt. Ich bin gespannt auf "Der lange Weg zum Wasser"!

      Liebe Grüße,
      Elena

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