Hartland - Zu Fuß durch Amerika | Wolfgang Büscher

12:29


Eine literarische Reise durch die USA

Wolfgang Büscher ist drei Monate lang durch Amerika gewandert. 3500 KM von Nord nach Süd. Von Norddakota nach Texas.

In "Hartland" erzählt er von dieser Wanderung.
Und auch wieder nicht, denn er erzählt weniger vom Wandern an sich, sondern mehr von dem was er sieht und was ihn umgibt, aber auch von dem, was gewesen ist. Wolfgang Büscher beschreibt die Landschaften die er durchläuft, die Orte die er durchquert und erzählt von den Menschen, denen er begegnet. Immer wieder erzählt er auch von der Vergangenheit Amerikas, von den Indianern, Siedlern, Gold- und Glückssuchern, von den Kriegen aber auch von aktuellen Krisen wie der Wirtschaftskrise.

Mit seinem tollen Schreibstil hat der Autor dabei ständig viele Bilder vor mein inneres Auge gezeichnet. Ich hörte das rauschen des Windes, das knirschen des Schnees, sah die Weite der Prärie und erlebte auch seine Begegnungen mit den unterschiedlichsten Menschen mit. Wolfgang Büscher ist ein guter Erzähler und lässt den Leser an seiner Reise und seinen Erlebnissen sehr intensiv teilhaben.

Auch wenn mir der Schreibstil Büschers sehr gut gefallen hat, so konnte ich "Hartland" doch nicht in einem Rutsch durchlesen. Für mich war das Buch daher der ideale Begleiter für die tägliche Bahnfahrt ins Büro.

Hartland: Zu Fuß durch Amerika | Wolfgang Büscher | Rowohlt Berlin | 2011 | Hardcover | 304 Seiten | 19,95€ | ISBN 978-3871346859 |

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5 Kommentare

  1. Mir ging es bei diesem Buch haargenauso wie Dir! Ich habe es sehr genossen, brauchte aber auch mehrere kleine Etappen, es war nicht das typische Sonntagnachmittag-in einem-durch-Buch... Auch mir hat die Bildhaftigkeit der Sprache sehr gut gefallen und ich fand die Einblicke und die Art des Reisens sehr außergewöhnlich. Dennoch wird es bei uns wohl weiterhin eher der Mietwagen in den USA sein, mit dem wir das Land erkunden: weder dieses Buch noch Wild noch Bill Bryson haben mich überzeugt, mich wirklich einmal nur "per pedes" auf den Weg zu machen ;) Das würde ich mich in Europa wohl eher mal trauen...

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    1. Das stimmt, es ist wirklich nicht das typische Buch, das man gemütlich an einem Nachmittag durchliest. Das habe ich nach den ersten Seiten gemerkt und war fast ein wenig verwundert, weil ich irgendwie doch dachte, dass sich "so ein Buch" leichter lesen lässt.
      Wild hat bei mir erst das Interesse an solchen Langstreckenwanderungen geweckt, das Buch von Bill Bryson kenne ich (noch) nicht. Ich würde allerdings auch eher leichter anfangen und nicht gleich den PCT oder quer durch die USA wandern :)
      Mietwagen finde ich in der USA auch super, weil man die Freiheit hat alles zu entdecken, was man entdecken möchte. Und davon gibt es dort ja wirklich genug.

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  2. Ich weiß nicht mehr, wo ich das gehört hatte. Es war vermutlich in einem Interview mit jemanden, der ebenfalls zu Fuß durch die USA ging. Auf jeden Fall sagte dieser Mann, dass man ihm mit großem Misstrauen begegnet sei, weil er - aus Sicht der Amerikaner - so arm war, dass er sich nicht mal ein Auto leisten konnte. Seitdem frage ich mich, ob Wanderer in den USA wirklich so seltsam wahrgenommen werden oder ob der Mensch diese Reaktionen vielleicht auch selber provoziert hat. Hat Wolfgang Bücher irgendetwas zu dem Thema gesagt?

    (Bei Bill Bryson habe ich das Gefühl, dass die Gefahr eh nicht bestand, da er teilweise ja eher "Tageswanderungen" gemacht hat und auf einem bekannten Wanderpfad unterwegs war.)

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    1. Ein Freund von mir lebt in der Nähe von Boston und er ist ganz erstaunt gewesen, als ich ihm erzählt habe, dass es hier durchaus nicht ungewöhnlich ist, wenn man kein Auto hat. Noch erstaunter war er, als er erfuhr, dass das gar nicht immer finanzielle Gründe hat, sondern dass viele auch freiwillig kein Auto haben, weil sie es einfach nicht brauchen. Und das in einem Land, in dem es "The Autobahn" gibt :-)
      Das Leben dort ist einfach anders, und jemand der dann freiwillig einmal quer durchs Land, abseits der großen und bekannten Wanderwege läuft, fällt dann einfach auf. Büscher schildert das auch, so war zum Beispiel die Einreise zu Fuß und mit großem Rucksack schon schwerer und er wurde doch sehr gefilzt.

      Den Bryson habe ich noch nicht gelesen, interessiert mich aber sehr.

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    2. Eine Freundin von mir hat einen Amerikaner geheiratet, den sie übers Internet kennengelernt hat. Als er sie das erste Mal in Deutschland besuchte, war er total schockiert, dass sie alle Wege zu Fuß zurücklegt und dass sie dafür sogar abends (!) durch eine Fußgängerunterführung unter Bahnschienen ging. Als sie dann zu ihm nach L.A. gezogen war, hat er sie - obwohl sie nicht so unzufrieden mit dem öffentlichen Verkehr war - dazu gebracht einen Führerschein zu machen, weil er zu viel Angst hatte, um sie allein Bus fahren zu lassen.

      Ich finde es trotzdem spannend, dass Wanderer wegen ihrer "ungewöhnlichen" Fortbewegungsweise so misstrauisch beäugt werden - und interessant, dass Büscher das auch so schildert -, wenn man bedenkt dass die USA doch angeblich ein Land voller Individualisten sind. ;)

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