S. - Das Schiff des Theseus

18:30


Dieses Werk besteht aus mehreren Erzählebenen und spricht den Leser mit allen Sinnen an. Zu erst ist da einmal die Geschichte um das Schiff des Theseus des fiktiven Autoren V. M. Straka, welcher sehr zurück gezogen lebt, so dass man nur wenig über sie oder ihn weiß. "Das Schiff des Theseus" ist Strakas unvollendetes letztes Werk, denn das letzte Kapitel wurde von der ebenfalls rein fiktiven Übersetzerin F. X. Cladeira geschrieben, welche auch Fußnoten im Werk hinterlassen hat.  "Das Schiff des Theseus" erzählt die Geschichte des S. welcher sein Gedächtnis verloren hat und sich nicht nur auf einer Reise mit dem Schiff, sondern auch auf einer Reise zu sich selbst befindet.

"Das Schiff des Theseus" ist ein altes Bibliotheksbuch und gehört Eric, welcher sich mit Strakas Werken beschäftigt und versucht Strakas Rätsel auf die Spur zu kommen. Er hat das Buch mit diversen Randnotizen versehen.

Dieses Buch wird in der Bibliothek von Jen gefunden, welche über weitere Randnotizen versucht Eric bei seiner Arbeit zu helfen. Zwischen den beiden entsteht nun im Laufe der Zeit ein reger Dialog und Austausch im Versuch Straka näher zu kommen.

Eine weitere Erzählebene bieten zahlreiche Inlays in Form von Postkarten, Fotografien, Briefen, Zeitungsartikeln und mehr.


Nach der ersten Euphorie über dieses das bibliophile Herz höher schlagen lassende Wunderwerk stand ich vor der großen Frage, wie man dieses Buch am besten liest. Man kann es entweder Seite für Seite mit allen Anmerkungen lesen. Oder aber man liest es in zwei Schritten; erst "Das Schiff des Theseus" und dann die entsprechenden Anmerkungen von Jen und Eric. Ich habe mich für die zweite Variante entschieden, weil so ein wesentlich besserer Lesefluss entsteht. Dieses Buch ist so intensiv, dass ich es nicht mal ebenso nebenbei lesen kann, sondern es häppchenweise immer wieder mal gemütlich auf der Couch lese.


Die Geschichte rund um S ist sehr fesselnd geschrieben. Ich wollte jedenfalls sofort wissen was mit S passiert ist und was es mit dem Schiff und seiner doch eher gruselig wirkenden Besatzung auf sich hat. Nicht nur de Aufmachung des Buches ist besonders, sondern auch die Geschichte ist es. Sie ist so vielschichtig und tiefgründig, wie sie auch düster und poetisch ist.

Das Buch sieht nicht nur optisch aus wie ein altes Buch, es riecht auch so. Die vielen Inlays bestehen aus den unterschiedlichsten Materialien und sind alle sehr aufwendig und originalgetreu gestaltet. Kein Wunder, dass es da gar nicht so einfach war, eine Druckerei zu finden, welche sich auf dieses Abenteuer eingelassen hat. Deswegen gibt es auch nur eine einmalige Auflage von 100 000 Stück.


Im Herbst letzten Jahres war ich im Rahmen eines BookUps zu Gast beim KiWi Verlag hier in Köln und durfte bei der Enthüllung des Buches dabei sein. Nachdem wir alle ein eigenes Exemplar in Händen hielten, erzählten die Lektorin und auch die Leiterin der Produktion von ihrer Arbeit mit und am Buch. Ich habe größten Respekt vor der Arbeit aller Beteiligten, denn dieses Buch zu übersetzen, zu lektorieren und herzustellen war äußerst aufwändig und erfolgte mit viel Liebe zum Detail. Dies merkt man dem Buch allerdings auch an.


Dieses Werk ist eine Liebeserklärung an das gedruckte Buch, denn ein solches Leseerlebnis kann ein Ebook einfach nicht bieten. Ich kenne kein schöneres, aufwändigeres und liebevoller gestaltetes Buch als dieses. In meinem Buchregal wird dieses Werk einen dauerhaften Ehrenplatz haben.


| S. - Das Schiff des Theseus | J.J. Abrams und Doug Dorst | KiWi | 2015 | Hardcover | 544 Seiten | 45,00€ | ISBN: 978-3462047264 |

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2 Kommentare

  1. Huhu :)

    Von dem Buch hab ich jetzt schon öfter gelesen und es sie wirklich toll aus. Ich bin mir nicht sicher ob es mir gefallen würde, inhaltlich meine ich, allerdings wäre es alleine schon die Gestaltung wert.
    Danke für schöne Rezension und die Fotos !
    LG Sonja

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    1. Hallo Sonja,

      deine Bedenken bezüglich der Geschichte kann ich nachvollziehen. Ohne diese besondere Aufmachung und das ganze drumherum hätte ich die Geschichte rund um das Schiff wohl auch nicht gelesen.

      LG
      Julia

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